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Ärger über Landschaftsrahmenplan

04. 01. 2021

Grau war es am Dienstagmorgen, als sich die Landwirte Heiko Schwarting, Helmut Braun und Dennis Wieting zur Ortsbegehung in Hurrel an der Wallhecke trafen. In der Wallhecke pulsierte trotz winterlichem Wetter das Leben: Vögel, Kleintiere und Insekten sind hier immer anzutreffen. „Wir haben 1992 diese ansehnliche Wallhecke in enger Absprache mit dem Landkreis Oldenburg angelegt. Das ist ein wirklich schönes Projekt geworden, das absolut auf Freiwilligkeit basierte.“, erklärt Helmut Braun. Doch derzeit vergeht Braun die Freude an dieser Wallhecke. Im aktuellen Entwurf des Landschaftsrahmenplanes wird sie nun für besonderen Schutz vorgeschlagen. „Wir haben ehrenamtlich unsere Energie in das Projekt gesteckt und haben das gerne und freiwillig für die öffentliche Darstellung einer Heckenpflanzung und Pflege gemacht. Dieses Engagement wird nun von oben herab möglichweise mit Auflagen belegt. Keiner von denen, die darüber entscheiden, hat jemals persönlich einen Handschlag zu dieser wertvollen Hecke beigetragen.“

 

Auch Heiko Schwarting und Dennis Wieting sind verärgert. „Wesentliche Teile des Dorfes Hurrel werden als Landschaftsschutzwürdiges Gebiet dargestellt.“ berichtet Schwarting. Was das genau für die Landwirte längerfristig bedeute, können sie nicht einschätzen. „Der Landkreis hält sich mit Aussagen über mögliche Folgen gerne zurück.“, kommentiert Schwarting. Er befürchtet aber Probleme bei Veränderungen und Entwicklungen auf den Höfen. „Wenn wir einen Stall modernisieren wollen, oder aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen müssen, dann wird das in einem Landschaftsschutzgebiet mit kostenträchtigen Auflagen verbunden sein. Für uns stellt sich dann die Frage, ob man den Schritt geht oder aufhört.“

Daraus hergeleitet steht der sich an Natur und Umwelt orientierende Landschaftsrahmenplan im Widerspruch zur Forderung der Verbraucher nach mehr Tierwohl. Denn das setzt gerade mögliche Stallumbauten voraus. Die Landwirte befürchten eine Beschleunigung des Strukturwandels und ein weiteres Sterben der bäuerlichen Familienbetriebe.

„Unsere Gegend hat schöne interessante Strukturen, die durch vielen fleißigen Menschen im Dorf entstanden sind. Über viele Jahrzehnte wurden diese von unseren Vorfahren angelegt und gepflegt. Das wollen wir auch gerne weiter mit unseren Familien erhalten. Nun soll aber diese Freiwilligkeit durch die Empfehlungen des Plans mehr oder weniger zementiert werden. Das ist kein guter Umgang! Unsere nachhaltige Pflege und Verbesserung der Landschaft wird also nicht honoriert, sondern mit möglichen Auflagen verschärft“, ärgert sich Heiko Schwarting. Weiter kommentiert er, dass die Landwirte durch den Landschaftsrahmenplan massiv in der Bewirtschaftung der Flächen eingeschränkt werden. „Gewässerrandstreifen, Abstände zu Biotopen und Naturdenkmälern, Wiedervernässung – all das schmälert unser wertvolles Ackerland.“

„Man muss sich das so vorstellen: Man kauft ein Haus und von heute auf morgen darf man die obere Etage nicht mehr benutzen, weil es dort einen schützenswerten Bereich gibt.“ erklärt Schwarting anschaulich. „Das ist eine Enteignung. Die Flächen sind mit den Auflagen weniger wert.“ Schwarting würde über 8000 m2 an Fläche durch Gewässerrandstreifen verlieren.

Braun bemängelt, dass der Entwurf auf alten Karten basiere. „Es sind Moorflächen eingezeichnet, die es schon lange nicht mehr gibt. Eine Vor-Ort Besichtigung und Kommunikation mit der ortsansässigen Bevölkerung hätte weitergeholfen.“ Er betont, dass nur durch die Landwirtschaft die früheren Heideflächen fruchtbar geworden seien. „Wenn die Auflagen des Landschaftsrahmenplanes so umgesetzt werden, ist das ein herber Einschnitt und Rückschritt für das Dorf Hurrel.“

Auch wenn der Landkreis dem Landschaftsrahmenplan eine geringe Bedeutung zuordnen, sind die Landwirte alarmiert und haben Einwände eingereicht.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Ärger über Landschaftsrahmenplan

 

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